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Der Engländer Pogson wandte vor über 100 Jahren die folg. Parallellinienmethode bei symmetrisch bzw. asymmetrisch verlaufenden Lichtkurven mit flachen Maxima und Minima
(Mira-Veränderliche) an. Punkte gleicher Helligkeit werden auf beiden Kurvenästen zu einer Linie verbunden (Fig. 24) und der Mittelpunkt der Linie markiert. Die durch die markierten Mittelpunkte gezogene Kurve (Kurvenlineal)
schneidet die Lichtkurve am wahrscheinlichsten Minimum- bzw. Maximumzeitpunkt. Regression eines Polynoms 2. Grades. Verlaufen die Schätzpunkte spitz und symmetrisch, kann der Maxima- oder Minima-Zeitpunkt durch eine
Ausgleichskurve bestimmt werden: mag=a+b*t+c*t2; mag=Helligkeit, t=Beobachtungszeit.
Bei linear angeordneten ab- und ansteigenden Schätzpunkten wird durch die Punkte eine Ausgleichsgerade
gelegt. Der Schnittpunkt der zwei Geraden legt den Minimums- bzw. Maximumszeitpunkt fest. Fig. 25.
Kalenderdatum: 10.925 Dez. 2010 = JD 2455541.425. Lichtwechselelemenet von Beta Persei (Algol): Minima jd=2450461.46+2.8673075*E. Nach diesen
Elementen war vor E -2549 Perioden Algol lt. Globus am 9.1.1977 um 5h36m MEZ im Minimum. E 2 Perioden = Minimum Algol am 2.03115 Febr. 1997 um 0h45m UT = 1h45m
MEZ (0.03115*24 = 0.7476 Std. UT; 0.7476*60 Min. = rund 45 Min. [Lichtzeitkorrektur heliozentrisch in geozentrisch Zeit vernachlässigt}). Zuerst wird man anhand der Beobachtungen und der daraus erstellten Lichtkurve feststellen, ob der
Lichtwechsel zwischen zwei Maxima (Minima) regelmäßig periodisch verläuft. Das ist bei vielen Gruppen der veränderlichen Sterne der Fall, so bei den Algolvertretern (Bedeckungssterne), Delta-Cephei-Sterne u. die mit
ihnen verwandten RR-Lyrae-Sterne (Pulsationsveränderliche). Die langperiodischen Pulsationsveränderlichen (Mira-Sterne) sind zwar noch periodisch, fluktuieren aber stark mit der Zeit oder zeigen Tendenzen einer
langsam ab- oder zunehmenden Periode. Die Periode des Mira-Sterns Chi Cygni schwankt innerhalb der Schranken 403 und 412 Tagen mit der Tendenz einer langsamen Periodenvergrößerung. Manche dieser
Veränderlichen zeigen zudem Schwankungen in der Amplitude und Form der Lichtkurve. Die Maxima- oder Minima-Zeitpunkte lassen sich häufig nicht durch mittlere Lichtwechselelemente darstellen.
Die meisten Cepheiden besitzen eine streng konstante Periode. Bei
Man schätzt den Veränderlichen visuell 1-2 mal pro Nacht. Geeignete Vergleichssterne sind (bei weiten Abständen tritt die differentielle Extinktion in Erscheinung):
Liegen etwa 50 Beobachtungen vor, reduziert man diese auf eine in der Mitte des Beobachtungszeitraums gelegene Periode. Das Minimum der Lichtkurve verläuft bei Pulsationsveränderlichen in der Regel wesentlich
flacher, so daß für Periodenbestimmungen die wesentlich spitzeren Maxima herangezogen werden sollten. Die Periode des Bedeckungsveränderlichen (Typ EB) Beta-Lyrae (Sheliak genannt) verlängert sich langsam:
Periode um 1855 = 12.908 Tage, um 1997 = 12.938 Tage. Man schätzt den Stern 1-2 mal pro Nacht. Visuelle Amplitude 3.34-4.34 mag. Periode z. Zt. 12.938040 Tage. Lichtwechselemente: Epoche Minimum JD 2450452.53 = 4.1.1997, 1
h45m UT heliozentrisch; JD Minimum=JD 2450452.53+12.938040 Tage * E (E=1,2,3,..., abgelaufene Minima bzw. Epochen).
Liegen etwa 50 Beobachtungen vor, reduziert man diese auf eine in der Mitte des Beobachtungszeitraums gelegene Periode (siehe Normalichtkurve bzw. mittlere Lichtkurve). Bedeckungssterne besitzen i.a. lang
anhaltende Maxima mit konstanter Helligkeit, so daß in den meisten Fällen nur die Minima verwendbar sind. Die Lichtausbrüche eruptiver Veränderlicher ist unberechenbar. Der hellste Vertreter der U
Geminorum-Sterne ist SS Cygni, dessen Helligkeit alle 30-80 (im Durchschnitt alle 50) Tage spontan von 14.2 auf 8.2 Größenklassen steil ansteigt und langsam abflacht, falls dieser Sterntyp nicht unmittelbar hintereinander ausbricht.
Der Zeitraum zwischen zwei Maxima (Minima) ist die Lichtwechselperiode. Die Anzahl E-Maxima (E-Minima) umfaßt somit ganzzahlige Epoche-Perioden (E=1,2,3.. usw.). Zur Periodenbestimmung müssen
daher eine genügend große Anzahl beobachteter periodischer Maxima (Minima) vorliegen, andernfalls die Bestimmung problematisch werden kann, da auch Scheinperioden einen Lichwechselzyklus häufig ausreichend genau wiedergeben können. Die in den Katalogen verzeichneten Perioden sind entweder Mittelwerte längerer Beobachtungszeiträume oder der angegebene Periodenwert stützt sich auf vorläufige Beobachtungen bzw. Elemente. Die BAV-Rundbriefe berichten oftmals über PC-Programme zur Periodensuche des Lichtwechsels, vielfach
unter Anwendung der Fourier-Analyse. Entsprechende Software für die Betriebssysteme Windows 95, UNIX oder LINUX vermittelt die BAV, Munsterdamm 90, Berlin..
Eine genäherte Periode erhält man, wenn der Zeitraum zwischen des ersten und letzten beobachteten Maximums oder Minimums durch die Anzahl der dazwischenliegenden Maxima oder Minima dividiert wird:
P=dt/E; dt=Zeitraum in Tagen zwischen der ersten (JD1=To) und letzten (JD2=T) beobachteten Hauptphase (dt=T-To); E=Anzahl der dazwischenliegenden Hauptphasen (E= ganzzahlige Vielfache der Periode); P=mittlere Periode dieses Zeitraums. Vorläufige Lichtwechselelemente: Minimum (Max.) Rechnung (heliozentr.) = To + P * E; To oder Eo
(Epoche Null) = Ausgangsepoche eines ersten Maximums oder Minimus; E=Zahl der seit der Ausgangsepoche [-maximum/-minimum] vergangenen ganzzahligen Perioden bzw. Epochen, P=Periode.
Um die endgültigen Elemente des Lichtwechsels zu erhalten, ist das Beobachtungsmaterial nach der Methode der kleinsten Fehlerquadratsumme auszugleichen. Bedingungsgleichung (p=Gewicht der Beobachtung): Åp B-R=Åp ÕEo + Åp Õ
P*E (Lineare Regression). Verbesserung der vorläufigen Elemente: Eo=Eo+ÕEo; P=P+ÕP; B-R = Beobachtung minus Rechnung (O-C = observation-calculation).
Beträgt die Differenz (B-R in Tagen) zwischen den beobachteten (B) und berechneten Hauptphasen (R) weniger als 1/15 der Periode, wird die vorläufige Periode P als Näherungswert angenommen.
Natürlich kann man auch direkt ausgleichen: Quadaratische, kubische oder periodische Zusatzglieder. Ob die Ausgleichsrechnung durch Zusatzglieder
erweitert werden kann, ist aus dem B-R Diagramm ersichtlich. Falls daraus hervorgeht, daß der Lichtwechsel nicht durch einen streng konstanten Periodenwert P darstellbar ist, können folg. Zusatzglieder verwendet werden.
Bedingungsgleichung (p = Gewicht der Beobachtung): Polynom 2. Grades: Normalgleichung: p a + [px] b + [pxx] c = [py] Akkumulation: Polynom 3. Grades: Normalgleichung: Zyklisch verlaufende Periodenänderung:
Normalgleichung (die Minima werden analog berechnet): Lichtwechselelemente Zeta Geminorum mit periodischem Zusatzglied: JD max=JD 2410638.86+10.1538*E+1.05d*sin(0.07*E+112°).
Die Wellenlänge der Sinusschwingung erreicht hier n=5143 Grundperioden (E) zu je P 10.1538 Tagen: 0.07 Grad = 360/5153; die Amplitude der über 5143 Perioden gehenden Sinusschwingung der B-R Kurve = 1.05
Tage. 1,2,3 Nullstelle der Sinusschwingung = phase +0,180,360 Grad (=+0,PI,PI*2 rad). Liegen mehrere Maxima oder Minima zu Normalmaxima oder -minima zusammengefaßt oder mit
verschiedenen Methoden durchgeführte Beobachtungen vor, können die Beobachtungen wiederum gewichtet werden (p=Gewicht; keine Wichtung p=1 setzen). Lichelektrische Beobachtungen erhalten eine höheres
Gewicht, als photographische und diese ein etwas höheres Gewicht als visuelle. Numerisches Beispiel. Folg. Minima von JD 2439935.86 E 0 (Epoche) Man steigert und verbessert die Genauigkeit der Elemente, wenn das gesamte vorliegende
Beobachtungsmaterial in die Ausgleichsrechnung einbezogen wird. Elemente, die dagegen aus wenigen Minima (Maxima) für kurzfristige Vorhersagen berechnet werden, nennt man instantane Elemente.
Die Ausgleichsrechnung ergibt die mittleren Lichtwechselemente: JD Min = Ausgangsepoche JD 2439925.86 + Periode 12.9327*E. REM GFA34 LICHTWECHSELELEMENTE
Bei Serienbeobachtungen eines Objektes zur nahezu gleichen Zeit oder im fast gleichen Stundenwinkel (Meridian) treten Scheinperioden auf. Eine große Streuung der Beobachtungen um die mittlere Lichtkurve
könnte eine Scheinperiode anzeigen. Eine exakte Periodenbestimmung bei Veränderlichen (und Kleinplaneten) mit kleinen Perioden (um 0.5 Tage), ist durch Serienbeobachtungen über große Stundenwinkel hinweg
möglich (Studenwinkel eines Objekts: t = Ortssternzeit minus Rektaszension). Scheinperioden und wahre Perioden haben die Beziehung: 1 Scheinperiodenfamilien: 1/Pwahr ± n = ± 1/Pschein (1,2,3,..., n)
Beobachtungsperiode und wahre Lichtwechselperiode können sich überlagern. Mittl. Sonnentagsintervalle: 366.2422/365.2422 = 1.002738. Der GCVS u. auch andere Kataloge enthalten sicher viele Veränderliche mit noch unerkannten
Scheinperioden. Der spezialisierte Amateurastronom kann die katalogisierten Lichtwechselelemente einmal durch systematische Serienbeobachtungen über große Stundenwinkel untersuchen und die Scheinperioden durch wahre Perioden ersetzen.
Auf Vorschlag Argelanders erhalten Veränderliche ohne griechischen Kennbuchstaben zuerst lat.
Großbuchstaben von R bis Z und die Abk. des Sternbildes. Bei mehr als 9 Veränderliche innerhalb der Sternbildgrenzen folgen Doppelbuchstaben (RR, RS, RT usw. bis RZ; SS, ST usw. bis SZ; TT, TU, TV
usw. bis TZ; die Reihe endet mit ZZ), dann weitere Buchstabenkombinationen (nach ZZ kommt AA...AZ, BB...BZ usw. bis QZ) die insgesamt 334 Veränderliche pro Sternbild erfassen. Zusätzliche Veränderliche
erhalten eine mit V beginnende Nummer (V 335, V 336 usw.). Daneben verwenden die Entdeckersternwarten eigene Bezeichnungen, z. B. Sternwarte Sonneberg: S 5220, Sternwarte Bamberg: BV 205, Harvard Sternwarte: HV 7700.
Liegen viele Beobachtungen mehrerer Monate eines periodischen Veränderlichen vor, werden diese zweckmäßig auf eine Periode reduziert, um die endgültige Lichtkurve zu erhalten. Das Verfahren ist natürlich
nur bei Veränderlichen mit ziemlich regelmäßiger Periodenwiederholung praktizierbar. Aus der Normallichtkurve kann der Zeitpunkt der Hauptphase (bei Bedeckungsveränderlichen auch der des
Nebenminimums) abgelesen werden. Abweichungen der Form (Verhältnis von An- u. Abstieg, Steilheit) und Helligkeit (größe der Amplitude) lassen sich durch Vergleich der Lichtkurven verschiedener Jahre feststellen.
Für Bedeckungsveränderliche, Cepheiden, RR-Lyrae-Sterne ist die Normallichtkurve daher eines der wichtigsten sehr sorgfältig zu bestimmenden Elemente.
Die endgültige Lichtkurve kann erst eingezeichnet werden, wenn das gesamte Beobachtungsmaterial einer Ausgleichsrechnung unterzogen wurde und die Lichtwechselelemente (Ausgangsepoche und Periode) hinreichend genau bekannt sind.
Lichtwechselelemente: JDmaxi (JDmini) = Eo+P*E; Eo=Ausgangsepoche; P=Periode, E=Epoche. Einheitsperiode: E+Phase = (JD-Eo)/P; E=ganzzahlige Epoche; Phase=Bruchteil der über 0-1 gehenden
Einheitsperiode E (in Tagen = Phase*P); JD=Beobachtungszeit; Eo=Zeitpunkt (JD) des letzten Maximums bei Pulsationsveränderlichen bzw. Minimus bei Bedeckungsveräderlichen. An der vertikalen Ordinate werden stets die Helligkeits- oder die Stufenwerte des Veränderlichen markiert, an
der horizontalen Abszisse entweder die Bruchteile einer Periode (Phase 0.5...1...0.5) oder die Bruchteile der Einheitsperiode P in Tagen (Lichtwechselperiode z. B. P = 0 bis n Tage) oder das Julianische Datum (JD)
zwischen einer Einheitsperiode (JD 0 P bis JD 1 P). Numerisches Beispiel (Fig. 26). Die Elemente und Beobachtungsreihe basieren zur Verdeutlichung auf angenommene Werte. Lichtwechselelemente: max=Eo 2444960.593 + P 11.9315*E.
Beobachtungsreihe:
Einheitsepoche
JDbeob Helligkeit/Stufe P*E JDred
phase Tage
Die hier wiedergegebene Normallichtkurve (Fig. 26) ist das Mittel aus 7 Epochen. E (67+68+69+70+71+72+73)/7 = mittlere ganzzahlige Epoche E 70. Wie man nach Anwendung der Parallellinienmethode erkennen kann, fällt das Maximum auf die Phase 0.03. E 70 + Phase 0.03 = Epoche 70.03. JD 2444960.593+11.9315*E 70.03 = Normalmaximum JD 2445796.156. JDbeo
= JD der beobachteten Helligkeit (oder Stufenwert) des Veränderlichen. P*E = Epochedifferenz zwischen JDbeob und JD Einheitsepoche z. B. JDbeob 2445757.55+11.9315*3 = JDred
2445793.345 fällt dann in die Einheitsepoche (2445757.55-Eo 2444960.593)/P = E 66.7943 = ganzzahlige Epoche E = 66, Phase (Bruchteil der Epoche E) 0.7943 * P 11.9315 = Phase 9.48 Tage der Einheitsepoche.
Einheitsepoche: Differenz JD-JDo und E*P addieren bzw. subtrahieren. Wählt man z. B. JDo 2445790.51 zum Nullpunkt (Fig. 27):
Einheitsepoche
JD beob Helligkeit/Stufe JD-JDo P*E Phase/Tage
................... ... ..... .. .....
JD 2445757.55 - JDo 2445790.51 = -32.96 + 3*P 11.9315 = Phase 2.84 Tage. Die Phase ist stets positiv und
kleiner als die Periode P. Das Maximum tritt 5.65 Tage nach dem Nupllpunkt ein, wie aus Diagramm (Fig. 27) zu ersehen ist. Normalmaximum: JD 2445790.51+5.65 Tage = JD 2445796.16.
Bei der Reduktion auf eine Periode werden sozusagen alle Epochen übereinandergelegt. Bei 20 oder 50 übereinandergelegten Epochen sind natürlich viel mehr Bestimmungspunkte der Lichtkurve vorhanden, die
auch Feinheiten erkennen lassen, als aus der Beobachtungsreihe einer Epoche. Nahezu gleiche Schätz- bzw. Phasenwerte wird man daher zu einem Mittelwert zusammenfassen. Diese Mittelwerte nennt man Normalorte
und Normalhelligkeiten und die durch die Normalorte gezogene Kurve mittlere Normallichtkurve. Man teilt die Periode in kleine gleiche Zeitintervalle (z. B. in je 3 Tagen, wenn die Periode mehrere Wochen
umfaßt) und bildet in jedem dieser Intervalle das Mittel der Helligkeiten (Normalhelligkeit) und der Phasenbruchteile (Normalort). Beispiel. Mittel Normalort 7.34. Mittel Normalhelligkeit 9.45. Liegt eine große Anzahl Beobachtungen vor, eliminiert die Mittelwertbildung die zufälligen
Beobachtungsfehler mit denen die einzelnen Helligkeitsschätzungen und -messungen eines Veränderlichen behaftet sind. Erst wenn die zufälligen Fehler beseitigt sind, kann an der Normallichtkurve der endgültige
Zeitpunkt des Maximums und Minimums bestimmt werden (s. Tracing-Paper-Method und Parallellinienmethode). Die gebildeten Mittwelwerte zeichnet man in das Diagramm ein und zieht duch diese Normalorte eine
möglichst glatte Kurve. Die ungemittelten Einzelbeobachtungen werden ebenfalls eingetragen. Im Sinne Punkt minus Kurve läßt sich die Fehlerquadratsumme und daraus den mittl. Fehler einer Einzelbeobachtung bestimmen.
Nach Einzeichnung aller ungemittelten Einzelbeobachtungen in das Diagramm, ist auch eine graphische Mittelwertbildung möglich, wobei jeder Punkt mit zwei benachbarten Punkten zu einem Dreieck verbunden
werden, dessen Schwerpunkt nach Augenmaß einzuzeichnen ist. Das Verfahren läßt sich mehrmals wiederholen. Man erhält eine geglättete Kurve. Das Verfahren ist auch für die Normalortbildung streuender Doppelsternmessungen geeignet.
Eine große Streuung der Einzelbeobachtungen um die mittlere Lichtkurve könnte auf eine Scheinperiode hinweisen. Falls das aus den Beobachtungen abgleitete Maximum (Minimum) nicht nahezu mit der Phase 0.0
zusammenfällt, sind die Lichtwechselelemente wahrscheinlich ungenau, so daß die Ausgangsepoche (Eo), Periode (P) oder beides auf der Grundlage aller verfügbaren Beobachtungen zu verbessern ist. Die B-R (beobachtete minus berechnete) Werte in Minuten oder Tagesbruchteilen werden an der vertikalen Ordinate abgetragen, die Epochezahlen (E=Periodenanzahl) oder julianische Datum (JD) für Jahre, Jahrzehnte
oder Jahrhunderte an der Abszisse. Die positiven u. negativen B-R-Werte liegen oberhalb u. unterhalb der Nullinie. Durch die eingetragenen Punkte wird wie bei einer Lichtkurve die Ausgleichskurve gezogen, wobei einige
1000 Einzelminima (-max.) in B-R Diagrammen einiger 10 000 Epochen auch zu 100-300 Normalminima (-max.) zusammengefaßt werden können (Mittel aus jeweils 100 Epochen), soweit das gesamte Material eines
jahrhundertelang beobachteten Veränderlichen vorliegt (z. B. bei Algols 188jähriger ungeklärter Periode). Der berechnete Zeitpunkt (R) der Hauptphasen ergibt sich aus den Lichtwechselelementen: JD Rmaxi oder Rmini = Eo+P*E.
Auf Grund verschiedenster Störungen differieren die beobachteten (B) und mit einer konstanten Periode berechneten (R) Hauptphasenzeiten im Sinne Beobachtung minus Rechnung (B-R). Überlagern sich die
verschiedenen B-R-Kurven können unerklärbare Formen entstehen. Bei Veränderlichen mit komplizierten B-R-Kurven sind nur kurzfristige instantane Lichtwechselemente ermittelbar.
Das B-R Diagramm gibt Auskunft über die Genauigkeit der Elemente, Periodenänderung, physikalische Eigenschaften des Veränderlichen und erlaubt Rückschlüsse auf die Art der Störungen. B-R-Kurven:
1) Gerade Kurve mit ungestörten, konstanten B-R Werten (Fig. 28a): Konstante Periode. Die falsche Ausgangsepoche (Eo) ist um den konstanten B-R-Wert zu korrigieren.
s=Größenklassendifferenz geteilt durch die Stufendifferenz zweier Vergleichssterne. Beispiel: Vergleichsstern a=9.34mag, b=9.83mag. Einzelbeobachtung a 3 v 2 b.
Wert einer Stufe s 0.098 mag = (9.83-9.34)/(+3-(-2)); Stufenskala der Vergleichssterne a=0.00, b=5.5: Einstufenwert s 0.089 mag = (9.83-9.34)/(b 5.5 - a 0.00).
Durch Vergleich der über Abende, Wochen u. Monate zwischen helleren und schwächeren, weiten oder nahe Vergleichssternen, große und kleine Stundenwinkel, Zenitdistanzen und Farbabweichungen usw., gewonnenen
Einheitsstufenwerte (s), können Auswirkung und Verteilung der Beobachtungsfehler festgestellt werden. Die Fehlergrößen können dann durch entsprechende Korrektionen und Verteilung der Gewichte bei der Bildung
der Vergleichssternskala und Stufenwerte des Veränderlichen verringert werden.
Folg. Vereinigungen veröffentlichen Mitteilungen, Rundbriefe, Anweisungen und Ergebnisse. Der BAV-Rundbrief erscheint viermal im Jahr mit Beiträgen der Beobachter BAV - Berliner Arbeitsgemeinschaft
für Veränderliche Sterne e.V., Munsterdamm 90, D-12169 Berlin. Alle Rechte vorbehalten (all rights reserved), auch die der fotomechanischen Wiedergabe und der Speicherung in elektronischen Medien, Translation usw. Dasselbe gilt für das Recht der öffentlichen Wiedergabe. Copyright © by H. Schumacher, Spaceglobe |
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